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Event Pics - Grace Jones mit Support-Act L.A. Salami in Lörrach (22.07.2017)

„Amazing Grace“ Jones – grossartiges Entertainment am Stimmen Festival – Support: L.A. Salami

War bereits ein Tag zuvor das Wetterglück dem Veranstalter des Stimmen Festivals auf dem Marktplatz Lörrach hold während den Konzerten, so konnte man auch am Samstag, 22. Juli 2017, mit einem blauen Auge davon. Gewitterte oder regnete es zuvor, während der Umbauphase der beiden Acts und ab Mitte des letzten Songs blieben die Konzerte ansonsten trocken. Das Publikum war bis auf ein paar Ausnahmen („Wet T-Shirt Contest“ lässt grüssen) gut darauf vorbereitet und kam mit Regenschutz auf Platz. Gegenüber am Freitag waren hörfällig viele französisch sprechende Besucher unter den etwas mehr als 2000 Musikliebhabern.

Den Anfang machte um 20:00 Uhr der britische Bluesrocker und Gitarrist L.A. Salami mit seiner Band, bestehend aus Gitarrist, Bassist (Background Noise), Schlagzeuger und Keyboarder. Alles andere als eine europäische Wurstspezialität (Anm.: L.A. Salami ist die Abkürzung für seinen richtigen Namen Lookman Adekunle Salami) war die Musik, die da über die Boxen gelangte. Blues war zu hören, aber in einem speziellen Mix aus Brit Pop und Indie Rock. Vermutlich würden ausgewiesene Musikkritiker den Stil dem Genre Alternative Rock zuweisen. Mit viel Variation in Tempo, Härte und Gesang war man richtiggehend gespannt was als Nächstes kam. Er schreckte auch nicht vor Sprechgesang zurück, der er im Wechselspiel mit Klargesang darbrachte, und liess immer mal wieder seine Gitarre „jaulen“ à la Jimi Hendrix oder wechselte auf Akustikgitarre. Die 42 Minuten Spielzeit gingen wie im Fluge vorüber und das Publikum dankte mit höflichem Applaus. Wer seine Grenzen im Bereich Alternative Rock oder Blues ausloten möchte, dem sei das Album Dancing with Bad Grammar (VÖ: August 2016) und im Speziellen der Song The City Nowadays des Londoners nahegelegt.

Dann kam SIE! Mit etwas Verspätung (vielleicht wartete man die Trockenperiode nach dem Regen in der Pause ab oder auf das Dunkel der Nacht um die zahlreichen Lichteffekte einzusetzen?!?) fiel der schwarze Vorhang, der während der Umbauphase keine Sicht auf die Bühne zuliess. Blauer Aztekenfederschmuck, goldene Totenmaske, Seiden-Umhang, kleines Korsett, halbhohe Schuhe, Haut farbiger Slip und ansonsten nur mit weissem Body Painting auf dem Körper verziert – Grace Jones. Die 80er Ikone wurde durch eine Band (Drum, Percussion, Keys, Bass, Gitarre) und zwei Background Sängerinnen in luftigen Kleidern, die aber allesamt vermehrt im Bühnendunkel blieben unterstützt. Einzig ein durchtrainierter Tänzer wurde beim Tanz an den Pole-Stangen, die links und rechts der Bühne montiert waren, gut ins Licht gerückt. Man hätte auch mehr Licht auf der Bühne haben können und trotzdem wären alle Blicke auf Grace Jones geblieben. Neben mir bemerkte eine junge Dame, wie man nur einen solchen Körper im Alter von 69 Jahren(!!) haben kann. Auf jeden Fall treibt das Model, Schauspielerin (Anm.: James Bond’s A View to a Kill als „May Day“ oder in Conan – der Zerstörer als Kämpferin „Zula“, nebst zahlreichen anderen Filmen), Produzentin und Sängerin mit der Körpergrösse von 1.75 m viel Sport. Die Bewegungen sind sehr grazil und Sie bewegt sich sehr sicher auf den Stilettos. Wie sonst könnte Sie sich erlauben mit einem Hularing um die Hüften kreisen zu lassen oder zu tanzen während des Singens. ZZ Top hätten wohl ebenfalls Ihre Hüte gezogen vor solch einer Performance wie viele Fans im Publikum es hätten tun würden. Die aus Jamaika stammende Amerikanerin ist ein Gesamtkunstwerk, das einem in den Bann zieht. Das tanzen an der Pole-Stange überlässt Sie mittlerweile einem Tänzer, aber zu Ethno-Klängen wie ein wildes Tier sich, zeitweise auf allen vieren, am Bühnenrand zu bewegen und Ihre Perücke zu schütteln, dass lässt Sie sich nicht nehmen. Praktisch nach jedem Lied zog Sie sich durch eine schlecht einsehbare Türe auf der Bühnenseite zurück, zog sich im Tempo eines Laufsteg-Models um und sang oder gab teils ironische Kommentare von sich – sehr zur Freude des Publikums. Auf die aztekische Hohepriesterin folgten Outfits wie eine Raubkatze, argentinische Tango-Tänzerin, Disco-Queen in mehreren Ausführungen (bis Spiegelkleid mit entsprechendem Hut), als Liberty Statue mit Ami-Flagge und kontrastreich in Weiss mit riesiger Perücke in derselben Farbe. Es waren so viele Outfits, da ist Mann einfach überfordert, *smile*. Sah man bei ZZ Top einen Tag zuvor Fans mit Plastikgitarren oder falschen Bärten im Publikum, waren auch extravagante Kleider beim Auftritt von Grace Jones zu entdecken, jedoch mit Stil und Grazie. Hardcore-Fans in den ersten Reihen kamen in Genuss die Hände der Künstlerin zu schütteln als Sie auf den Schultern eines Bodyguards den Bühnengraben abschritt. Musikalisch bot Grace Jones eine Retrospektive Ihres Schaffens, das von Disco über New Wave bis Punk reicht, und überraschte mit einigen Coverstücken. So gab Sie passend Amazing Grace zum Besten. Mir gefielen Ihre Versionen von Nightclubbing von Iggy Pop und Roxy Music’s Love Ist the Drug. This Is (aktuelles Album Hurricane), Pull Up to the Bumper und das mit natürlicher Lichtshow, sprich heftiges Gewitter über Lörrach, aufgepeppte Slave to the Rhythm als Schlusspunkt waren ausserordentlich und liessen die Fans trotz Starkregen lange applaudieren und Johlen.

Extravagante Outfits, sensationelle wandelbare Stimme, eine abwechslungsreiche Bühnenperformance, die ich so noch nie gesehen habe, gepaart mit passender Lichtshow und gute Musiker/innen und Tänzer als Basis während etwa 75 Minuten – was will man mehr?!? Ich ging ohne grosse Erwartungen an ein Konzert und wurde total überrascht. Wenn Ihr mal die Gelegenheit haben solltet Grace Jones live zu sehen, dann nützt sie. Man weiss nie wie lange diese Artistin auftreten wird.

 

Setliste Grace Jones (Stimmen Festival, Lörrach):

Nightclubbing (Iggy Pop Cover), This Is, Private Life (The Pretenders Cover), My Jamaican Guy, Shenanigans, Warm Leatherette (The Normal Cover), I’ve Seen that Face Before (Libertango), Williams Blood, Love Is the Drug (Roxy Music/Bryan Ferry Cover), Pull Up to the Bumper, Slave to the Rhythm

 

Photos/Text: Daniel Strub

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