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Event Pics - Passenger im Komplex 457, 16.11.2013

Mike Rosenberg, alias Passenger, ist seit Jahren unterwegs. Der gebürtige Brite hat keinen festen Wohnsitz, da er sowieso nie zu Hause wäre. Am Samstag 16.11. legte er einen Reisestopp in Zürich ein. Er kam ohne Band  - nur mit seinen Gitarren und Stu Larsen, seinem Tourmanager, Support Act und besten Freund. Die beiden sind aktuell auf UK- und Europatournee.

Offiziell war der Konzertbeginn auf 20:00 angesetzt. Kurz davor standen viele der KonzertbesucherInnen aber noch immer in der Schlange um den halben Komplex herum. Sie dürften also froh gewesen sein, dass das Konzert mit einiger Verspätung begann. Um zwanzig nach acht versuchte ein Familie in der ersten Reihe, den Musiker mit Klatschen auf die Bühne zu locken, blieb aber erfolglos. Kurz vor halb neun erst, postierte sich der Securitymann, und es kam Hoffnung auf unter den Fans. Als wiederum die Minuten verstrichen, bekam die Famile aus der ersten Reihe Verstärkung. Mit Pfiffen, Rufen und Klatschen wurde nach dem Support Act gerufen. Ziemlich genau um Viertel vor neun erschien dieser dann auch auf der Bühne.

Mit der Entschuldigung für die Verspätung, eröffnete Stu Larsen den Abend. Auch er begnügte sich mit Gitarre. Er selbst beschreibt seine Musik als „Acoustic, Folk, Thinking Music“. Er hatte es zwar nicht ganz einfach, seine ruhigen, tiefgründigen Songs ans Publikum zu bringen, das teilweise fleissig schwatzte, aber seinen verdienten Applaus durfte er doch jeweils entgegen nehmen. Eine seiner Lieblingsbands sind Coldplay. Mit dem Cover von „Fix you“, hatte er die ZuschauerInnen schliesslich auf seiner Seite.

Man könnte meinen, dass Passenger - der Mann der leisen Töne - auch auf der Bühne ein ruhiger Typ ist, doch weit gefehlt. Von der ersten Minute an füllte er Bühne und Raum mit seiner Präsenz. Das Publikum hing ihm an den Lippen, und das nicht nur wenn er sang. Zwischen den Songs konnte er gut und gerne mehrere Minuten reden, und das ohne, dass einem langweilig wurde. Er erzählte aus seinem Leben und von seinen Songs. Als erstes erklärte er dem Publikum, dass es nun so leise sein müsse im Saal, dass man eine Stecknadel herunterfallen hören würde. Diesen Wunsch ergänzte er mit einer Anekdote aus einem Konzert in Toronto. In solch einem absolut stillen Moment, musste damals ein Mädchen im Publikum dermassen niessen, dass sie sich danach fürchterlich schämte, und über ihren Gesichtsausdruck amüsierte sich Passenger nun königlich. Kurz darauf  konnte ich dem Mädchen allerdings lebhaft nachfühlen, denn ich stellte peinlich berührt fest, dass man den Spiegelschlag meiner Kamera im (gefühlten) halben Saal hören konnte.

Doch Passenger war nicht nur leise, er konnte auch zünftig aufdrehen. Er, der bekannt ist dafür, so ziemlich alles covern und zu seinem Eigen machen zu können, heitzte dem Publikum mit „What is Love“ von Haddaway ein. Ja, da fühlte man sich wieder so richtig jung... Mit seinen Gitarren, die ihm Stu ab und an auswechselte, und seinen Geschichten unterhielt er sein Publikum aufs Beste. Passenger darf man wohl als geborenen Entertainer bezeichnen. Er stand einfach nur strahlend vor Freude auf der Bühne. Dass er sich seine Sporen als Musiker nicht eben leicht abverdient hatte, ist sicher mit ein Grund dafür. Dass er es zutiefst schätzt, überall auf der Welt von so vielen Leuten gehört zu werden, merkte man immer wieder. Er suchte den Kontakt zum Publikum mehr als viele andere Musiker. Was im Saal los war, bekam er mit. So war er es, der die Securitymänner in die Menge schickte, nachdem dort jemand umkippte, was aber ausser den Nebenstehenden niemand bemerkt hätte.

Seit diesem Konzert kennen wir auch den Hintergrund zu „Let her go“, dem Song der Passenger berühmt gemacht hatte. Er erklärte, dass er für die meisten seiner Lieder bis zu zwei Monate brauche, bis er sie wirklich fertig arrangiert habe. „Let her go“ aber, habe er backstage in gerade mal 45 Minuten geschrieben. Und ja - es ging um eine Freundin (eine von seinen Tausenden). Sein Fazit: wenn man die Dinge überstürzt macht, so geht die Rechnung voll auf. Was immer er erzählte - er brachte das Publikum zum lachen, jubeln oder zustimmungklatschen. Was immer er spielte - er brachte das Publikum zum leise oder ohrenbetäubend laut Mitsingen. 

Highlights waren auf jeden Fall auch das wunderschöne Duett, dass er mit Stu spielte und sang, sowie seine Coverversion von „Get Lucky“ (Daft Punk). Vor der Verabschiedung brachte er das Publikum nochmals ordentlich auf Zack. Bei „Holes“ sang der ganze Saal mit, und so manchem Fan dürfte die Melodie noch eine Weile als Ohrwurm erhalten geblieben sein.

Text/Bilder: Stephanie Wittmer

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Passenger im Komplex 457, 16.11.2013
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